Triathletin mit Knieschmerzen

Eine 28 jährige Triathletin stellte sich wegen rezidivierenden Knieschmerzen auf der linken Seite vor. Sie lokalisierte die Schmerzen auf der Knieinnenseite und unterhalb der Kniescheibe (Patella). Die Schmerzen traten anfangs nur zeitweise und inzwischen seit ca. einem ¾ Jahr kontinuierlich auf. Ihre Sportarten verstärkten deutlich den Schmerz, sodass sie zeitweise das Training abbrechen musste. An Wettkämpfen konnte sie nicht mehr teilnehmen.
Ihr Mannschaftsarzt führte bisher ein Röntgenbild durch und veranlasste ein MRT. Beide Untersuchungen zeigten jedoch keine Auffälligkeiten. Bisherige Therapien wie Iontophorese, Kinesiotaping, Physiotherapie, Kryotherapie führten zu keiner Verbesserung.
Beim Anamnesegespräch stellte sich heraus, dass die Patientin schon seit längerer Zeit Verdauungsschwierigkeiten hatte. Sie erklärte mir, dass sie sich eigentlich sehr gesund und vollwertig ernähre und ausreichend tränke. Auch die Periode löste regelmäßig Schmerzen im Rücken und ausstrahlend ins Bein aus. Bisher hatte sie 2x eine Blasenentzündung (Zystitis) mit antibiotischer Versorgung.
Bei der osteopathischen Befundung zeigte sich eine Bewegungseinschränkung innerhalb des Darmabschnitts zwischen absteigendem Dickdarm und der Sigmaschleife.
Die Mobilitätsprüfung von Gebärmutter und Blase löste direkt den bekannten Knieschmerz aus.
Demensprechend behandelte ich primär diese Region. Nach zwei Behandlungen war der eigentliche Knieschmerz verschwunden. Die Darmtätigkeit verbesserte sich wieder und die Schmerzen bei der Periode blieben aus. Wir führten noch 3 weitere Behandlungen durch, um alle Mobilitäten dauerhaft zu verbessern.
Die Patientin begann wieder vorsichtig mit dem Training, allerdings ohne starke Belastung. Es standen vordergründig Stabilisations- und Koordinationsübungen auf ihrem Trainingsplan. Zudem führte sie  Eigendehnungen des Unterbauchs durch, ergänzt durch eine weitere Technik aus der Osteopathie des Grand manoeuvre, um die Mobilisation des Unterbauchs zu verstärken.
Die Schmerzen im Knie wurden durch die genannten Bauchorgane verursacht. Es besteht ein Zusammenhang dahingehend, dass die Versorgung von Knie und den genannten Organen aus einem Rückenmarkssegment stammen. Besteht ein Problem z.B. im Organbereich, so kann die Irritation auch in alle Strukturen, die vom gleichen Segment versorgt werden, weitergeleitet werden, obwohl dort kein auffälliger Befund zu verzeichnen ist.