Körperstrukturen und Körperfunktionen

Körperstrukturen wie Knochen, Muskulatur, Organe, etc. definieren sich über ihre eigentliche Funktion. Somit gibt ein Knochen dem Körper Halt, schaffen Festigkeit und bieten Druck- oder Zugbelastungen. Lang währende Druck- und Zugbelastungen führen zu einer vermehrten Knochenbildung. Wird die spezifische Funktion jedoch nicht mehr benötigt, so bildet sich der Knochen wieder zurück.
Ein Beispiel zeigt sich beim degenerierenden Kiefer, wenn ein Mensch seine Zähne verloren hat. Die Muskulatur führt Bewegungen durch. Die kontraktilen Elemente ermöglichen der Muskulatur, diese Funktion wahrzunehmen. Bei häufiger Bewegungswiederholung wächst der Muskel und passt sich seiner gesteigerten Aufgabe an. Wird der Muskel hingegen kaum benutzt, so bildet er sich zurück. Die Gelenke ermöglichen die Bewegung, die die Muskulatur ausführt. Wird ein Gelenk nicht mehr gebraucht, so steift das Gelenk ein.

Andrew Taylor Still beschrieb bereits:„Die Struktur bestimmt die Funktion, und die Funktion formt die Struktur.“

Dieses Prinzip ist in der Osteopathie von grundlegender Bedeutung. Der menschliche Körper setzt sich aus einzelnen Strukturen zusammen, die alle ihre spezifischen Funktionen ausüben. Ist eine einzelne Struktur gestört, so kann ihre korrekte Funktion nicht mehr ausgeübt werden. Es kommt zu klinischen Befunden, der Organismus gilt als erkrankt.

Ist nur eine einzelne Funktion gestört, versucht der Körper das zu kompensieren. Gelingt dem Körper diese Kompensation nicht mehr, so entsteht ein struktureller Schaden und somit eine Krankheit.

Der Osteopath ertastet mit seinen Händen eine beeinträchtigte Bewegung der Struktur. Eine eingeschränkte Funktion, mit Ausnahme der Gelenke, lässt sich nicht ertasten. Durch die Behandlung hilft der Osteopath der Struktur, zu ihrer ursprünglichen Bewegung zurückzufinden. Ziel ist die beeinträchtigte Bewegung zu verbessern, damit die Funktion wieder besser ausgeübt werden kann. Den Schaden an der Struktur kann der Osteopath nicht beheben. Dieses schaffen einzig und alleine die Selbstheilungskräfte.