Nackenschmerzen seit 14 Jahren

Ein 34jähriger schlanker und athletischer Mann kam wegen Nackenschmerzen, die seit 14 Jahren bestanden, zu mir in die Praxis. Die Schmerzen konzentrierten sich mehr auf der rechten Seite des Nackens. Es verging kaum ein Tag ohne Schmerzen, die sich meistens über den gesamten Tag erstreckten. Seit er seinen Job vor 12 Monaten gewechselt hatte (schwere körperliche Arbeit zuvor), waren die Schmerzen geringer geworden. Regelmäßiges Fitnesstraining verbesserte seinen Zustand nur ein wenig. Bei der genauen Anamnese stellte sich heraus, dass der Patient vor ca. 15 Jahren einen Kopfstand ausübte, der beim Abrollmanöver einen blitzartigen Schmerz im inneren Schulterblatt auslöste. Diese Schmerzen waren nie richtig verschwunden. Nach meiner Aufforderung zeigte der Patient seinen Schmerz mit zwei Fingern den Nacken entlang und einen weiteren tiefen Schmerzpunkt (ca. 5 Cent groß) am inneren Rand des Schulterblattes.
Alle bildgebenden Verfahren wie MRT etc. blieben ohne nennenswerten Befund. Weitere Therapieversuche wie beispielsweise Quaddeltherapie, entzündungshemmende Medikamente in Form von Tabletten und Injektionen erbrachten keinen Erfolg.
Die weitere osteopathische Untersuchung ergab ein primäres Problem der Faszien (Bindegewebe) im genannten Bereich. Sekundär verhärtete und verkürzte sich die tiefergelegene Muskulatur.
Zunächst behandelte ich durch spezielle Techniken die Faszien nach dem Fasziendistorsionsmodell. Dazu benötigte ich drei Sitzungen. Zudem instruierte ich den Patienten begleitend mobilisierende Eigenübungen durchzuführen, um einen schnelleren Behandlungserfolg zu erreichen.
Für weitere zwei Sitzungen bearbeitete ich noch die Muskulatur mit Release Techniken.
Der Patient war bereits nach drei Sitzungen schmerzfrei.
Die Faszien wurden hier durch das Abrollmänover nach dem Kopfstand gestresst und verklebten als Folge. Unbehandelt verursachen sie gerne auch nach Jahrzehnten Schmerzen. Meistens beginnen diese erst dann, wenn der Körper zunehmend seine Dynamik verliert und schließlich nicht mehr adäquat kompensieren kann.