Karpaltunnelsyndrom

Eine 61jährige Lehrerin suchte mich in meiner Praxis wegen eines Karpaltunnelsyndroms auf. Die Schmerzen traten vorwiegend nachts auf. Längeres Bügeln oder Putzen lösten ebenfalls den Schmerz aus.
Die Nervenleitgeschwindigkeit des Arms und der Hand war laut der neurologischen Untersuchung vermindert. Die Patientin hatte bereits einen OP Termin ausgemacht, wollte jedoch noch einen konservativen Versuch starten.
Die osteopathische Untersuchung zeigte eine Einschränkung eines Handwurzelknochens und fasziale Verklebungen (Adhäsionen) mit Einschränkung zwischen Elle und Speiche, insbesondere im unteren Abschnitt (Art. radioulnaris inf.) Ein weiterer Unterarmmuskel, der den Unterarm nach innen (M. pronator) dreht, war ebenfalls stark angespannt. Der Armplexus war in seinem Verlauf an einigen Stellen irritiert. Seine knöcherne Umgebung in den Bereichen des oberen Brustkorbs (Fossa subclavicularis major und der subclaviculäre Raum) lösten wahrscheinlich die Irritation durch Bewegungsverlust aus.
Nach einigen Behandlungen mit speziellen osteopathischen Techniken im oberen Brustkorb aber auch durch Mobilisation des Handwurzelknochens und der Faszien im unteren Armbereich verschwand der nächtliche Schmerz. Ich zeigte der Patientin u.a. zur Eigenübung eine Mobilisation des Nervs, die sie täglich durchführte. Nur noch bei extrem langen Greifarbeiten spürte die Patientin ein leichtes Kribbeln in den Fingern.
Die neurologische Untersuchung ergab eine deutliche Verbesserung. Die Patientin konnte den Operationstermin absagen, was natürlich nicht immer der Fall ist. In diesem Fall lohnte sich die Behandlung als Alternative zur Operation.